Referenten DAV-Rezeptursommer 2026

Damit Keime keine Chance haben – Hygienemanagement in der Rezeptur
Abstract
Ein funktionierendes Hygienemanagement ist die Grundvoraussetzung für die mikrobiologische Qualität von Rezepturarzneimitteln. Das Europäische Arzneibuch gibt die Grenzwerte vor, im Hygieneplan der Apotheke werden die nötigen Maßnahmen festgelegt. In diesem Vortrag werden die Kontaminationsrisiken über den gesamten Herstellvorgang aufgezeigt: Vom Holen der Ausgangsstoffe bis zur Entsorgung von Abfällen aus der Rezeptur muss darauf geachtet werden, einem mikrobiellen Befall der Rezepturarzneimittel vorzubeugen. Wie oft muss gereinigt werden? Was, wann und womit wird desinfiziert? Wann sollten Handschuhe getragen werden, und welche sind geeignet? Und warum leuchtet die Kollegin mit einer UV-Lampe über den Arbeitsplatz? Der Vortrag macht Sie zum Hygiene-Profi, dem kein Keim mehr durchrutscht.
Lebenslauf
Dr. Sabine Werner hat in München und Berlin Pharmazie studiert. Einer Promotion an der Ludwig-Maximilians-Universität München folgte ein Auslandsjahr in einer Krankenhausapotheke in Tansania. Nach mehreren Jahren in öffentlichen Apotheken unterrichtete sie dreizehn Jahre an der Berufsfachschule für Pharmazeutisch-technische Assistenten in München, unter anderem Galenik und Galenische Übungen. Bereits während ihrer Lehrtätigkeit war sie regelmäßig als Autorin und Referentin für die Deutsche Apotheker Zeitung (DAZ) und die PTAheute tätig. Seit 2023 gehört sie zum Redaktionsteam der Deutschen Apotheker Zeitung und ist Herausgeberin von ascendio PTA, einer Lernplattform für PTA-Auszubildende.

Emulsionen – Zwei Phasen geschickt vereint
Abstract
Emulsionen begegnen uns nicht nur im Apothekenalltag, sondern auch in vielen Bereichen des täglichen Lebens. Ihre Herstellung birgt jedoch allerlei Tücken. Dieser Vortrag vermittelt die Grundlagen von Emulsionssystemen und legt den Schwerpunkt auf deren Formulierung und die Herstellung in der Apothekenrezeptur. Gleichzeitig werfen wir einen Blick über den Tellerrand und beleuchten interessante Zusammenhänge aus angrenzenden Bereichen. Da Emulsionen verschiedene Instabilitäten aufweisen können, gilt es, diese gezielt zu erkennen und zu vermeiden. Eine wichtige Rolle spielt dabei der richtige Einsatz der zahlreichen Hilfsstoffe, deren Auswahl und Kombination für die Qualität des Systems wichtig sind. Dabei hilft es, diverse Zahlencodes richtig zu entschlüsseln und auch die Konservierung passend auszuwählen. Abschließend wird erläutert, worauf beim Einarbeiten wichtiger Wirkstoffe besonders zu achten ist, damit der perfekten Emulsion nichts mehr im Wege steht.
Lebenslauf
Elke Briegleb studierte an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg Pharmazie und sammelte anschließend in zahlreichen öffentlichen Apotheken in den Regionen Karlsruhe, Mühldorf am Inn und Würzburg umfassende praktische Erfahrungen. Über ihr Engagement bei „Apotheke macht Schule“ und die Gestaltung von Workshops in einer historischen Apotheke führte ihr beruflicher Weg an die PTA-Schule Würzburg. Dort ist sie seit 2008 als Lehrkraft tätig und unterrichtet Pharmazeutische Technologie in Theorie und Praktikum sowie Gesetzeskunde und Gefahrstoffkunde. Von 2014 bis 2024 war sie zudem als Lehrbeauftragte für Life Sciences an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt tätig. Seit 2018 ist Elke Briegleb regelmäßig als Referentin für die Bayerische Landesapothekerkammer in der PTA-Weiterbildung im Einsatz, insbesondere in den Bereichen Rezeptur und Recht.

Kennzeichnung in Rezeptur und Defektur – Pflicht und Kür
Abstract
Die Kennzeichnung von Rezepturen und Defekturen birgt versteckte Hürden. Scheinbar einfach können kleine Details zu Beanstandungen und sogar zum Nichtbestehen bei den ZL-Ringversuchen führen. Fehleranfällig sind oft Angaben zur Aufbrauchfrist oder die Auflistung der Bestandteile, insbesondere beim Wirkstoff. Welche Pflichtangaben auf dem Etikett sind wirklich notwendig? Welche Unterschiede müssen zwischen Rezeptur- und Defekturkennzeichnung beachtet werden?
Ein besonderes Augenmerk des Vortrags wird deshalb der Angabe der Zusammensetzung gelten. Es wird erläutert, welche Angaben nach ApBetrO § 14 und 16 sowie AMG § 10 verpflichtend sind, welche empfohlen werden und was bei der Verarbeitung eines Fertigarzneimittels beachtet werden muss.
Außerdem gibt die Referentin Empfehlungen zum Etikett hinsichtlich Lesbarkeit und Angaben zu Lagerungsbedingungen. Sie wirft einen Blick in die Besonderheitenliste des BfArM und gibt Einblick in spannende neue Innovationen beim Etikettendruck.
Lebenslauf
Tanja Candels absolvierte eine Ausbildung zur PTA an der PTA-Schule in Trier. Nach einem Berufsstart in der öffentlichen Apotheke, wechselte sie bald als fachpraktische Lehrkraft an die PTA-Schule in Trier. Dort unterrichtet sie die praktischen Fächer chemische Übungen, Übungen zur Drogenkunde und galenische Übungen. Ihr Schwerpunkt liegt dabei in der Galenik. Sie ist Koautorin des Fachbuchs Galenisches Praktikum für PTA sowie Autorin von Fachartikeln in der PTAheute. Mit ihrer Mitgliedschaft bei der Fachgruppe TuPA der DphG für den theoretischen und praktischen Unterricht setzt sie sich für die Weiterentwicklung der Ausbildung der PTA ein.

Inprozesskontrollen in der Apothekenrezeptur
Abstract
Inprozesskontrollen sind ein zentraler Bestandteil der qualitätsgesicherten Herstellung von Rezepturarzneimitteln in der öffentlichen Apotheke. Sie tragen wesentlich dazu bei, die Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit individueller Zubereitungen zu gewährleisten und mögliche Qualitätsmängel frühzeitig zu erkennen.
Der Vortrag vermittelt anhand praxisnaher Beispiele geeignete Inprozesskontrollen bei der Herstellung von Dermatika, Suppositorien und Kapseln. Neben der Auswahl sinnvoller Prüfparameter werden insbesondere die korrekte Durchführung sowie die Aussagekraft der Kontrollen thematisiert.
Der Vortrag richtet sich an alle in der Rezeptur tätigen Apothekerinnen und Apotheker sowie pharmazeutischen Mitarbeitenden, die ihr Wissen zu Inprozesskontrollen auffrischen, vertiefen und sicher in die tägliche Praxis integrieren möchten. Daher stehen vor allem praktische Tipps für eine effiziente und praxistaugliche Umsetzung im Vordergrund.
Lebenslauf
Dominique Lunter ist seit 2020 Professorin für Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie an der Universität Tübingen. Seit 2023 ist sie geschäftsführende Institutsdirektorin des Instituts für Pharmazie.
Sie ist Apothekerin und hat im Jahr 2012 ihre Promotion im Fach Pharmazeutische Technologie abgeschlossen. 2019 hat sie sich mit dem Thema “Development of a portfolio for predictive in-vitro testing of topical dosage forms and its usage in the development of topical dosage forms for the treatment of chronic skin diseases” habilitiert. 2019 hielt sie außerdem eine Gastprofessur an der PMU Salzburg. Ihre Forschungsschwerpunkte sind: Die Entwicklung von topischen Darreichungsformen mit retardierter Freigabe und/oder erhöhter Substantivität, die Untersuchung des Hautzustands und der Hautpenetration mittels konfokaler Raman Mikroskopie, der 3D Druck von individualisierten Darreichungsformen. Sie ist Mitglied im Vorstand der Gesellschaft für Dermopharmazie, stellvertretende Leiterin der Fachgruppe flüssige und halbfeste Darreichungsformen der APV, Mitglied des Skin Forum und des wissenschaftlichen Beirats des Präsidenten der DPhG, Editorin des International Journal of Pharmaceutics und sie ist Fachapothekerin für Pharmazeutische Technologie.

Orodispersible Filme
Abstract
Die ApBetrO verpflichtet Apotheken klassische Darreichungsformen, wie Cremes, Zäpfchen oder Säfte, herzustellen. Mittlerweile gibt es jedoch auch für einige innovative Arzneiformen, die man eher aus dem Fertigarzneimittelbereich kennt, rezepturtaugliche Herstellungsverfahren. So bieten etwa orodispersible Filme (kurz ODFs) Lösungen für den speziellen Bedarf bestimmter Patientengruppen und bereichern damit das Spektrum der Rezepturarzneimittel. Das Tolle dabei: Sie lassen sich problemlos in der Apotheke herstellen, sofern man weiß, wie es geht. Mit dem 2D-Druck steht zudem ein Verfahren für die Serienproduktion zur Verfügung, das es erlaubt, viele Patienten aus der Apotheke heraus mit ODFs zu versorgen und damit so manchen Lieferengpass mit modernen und qualitativ hochwertigen, oralen Darreichungsformen zu kompensieren. Möglicherweise haben ODFs sogar das Potenzial, Kapseln in der Rezeptur perspektivisch ganz abzulösen.
Lebenslauf
Dr. Andreas S. Ziegler hat an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Pharmazie studiert und anschließend am dortigen Lehrstuhl für Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie promoviert. Seit 2005 ist er Fachapotheker für pharmazeutische Technologie und hat einen Lehrauftrag für das Fach Pharmazeutische Technologie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Er ist Autor zahlreicher Bücher (u. a. zu Cannabis), die im Deutschen Apotheker Verlag erschienen sind, Mitarbeiter des Cyran-Rotta-Apothekenbetriebsordnung-Kommentars sowie Sprecher des Ausschusses zur Digitalisierung und Innovation der pharmazeutischen Berufsausübung (DIphaB) der Bayerischen Landesapothekerkammer.

Qualitätsmanagement und kritische Arbeitsabläufe an Waagen
Abstract
In diesem Vortrag werden diese Gesichtspunkte sowie die wichtigsten Abläufe im täglichen Gebrauch der Waage anhand einer pädiatrischen Kapselrezeptur beleuchtet. Das genaue Einwiegen einer Substanz ist entscheidend für den gesamten Herstellungsprozess einer Rezeptur. Obwohl die Waage im Vergleich zu komplexen Analysegeräten ein relativ einfaches Messinstrument ist, kann die Genauigkeit des Wägeergebnisses durch Umgebungseinflüsse, den Bediener und nicht angemessene Routineprüfungen beeinträchtigt werden. Dieser Vortrag beleuchtet, welche Maßnahmen ergriffen werden sollten, um die erforderliche Genauigkeit eines jeden Wägeprozesses zu gewährleisten. Dies wird nicht nur vordergründig durch eine angemessene Umgebung, Installation und Bedienung der Waage erzielt, sondern vielmehr auch durch das Verständnis, wie eine Waage effektiv und effizient kalibriert und überprüft wird.
Lebenslauf
Dr. Klaus Fritsch promovierte in Physik an der Technischen Universität München. Nach Beendigung seiner universitären Laufbahn wechselte er in die Industrie und ist dort seit 20 Jahren bei Mettler-Toledo Technologies GmbH als Manager Compliance tätig. In dieser Funktion ist er unter anderem Berater für die pharmazeutische Industrie mit Schwerpunkt Risikomanagement und Prozesssicherheit. Weiterhin berät er Unternehmen und Organisationen zur Einhaltung geltender Bestimmungen sowie zur Optimierung von Arbeitsabläufen bei der Anwendung von Wägesystemen. Neben anderen Normenorganisationen ist Dr. Fritsch für die Pharmakopöe der USA (USP) und die Europäische Pharmakopöe (Ph. Eur.) als Experte für Waagen in den entsprechenden Arbeitsgruppen tätig und dort aktiv involviert in das Erstellen der entsprechenden allgemeinen Kapitel über Wägeinstrumente. Sein Ziel ist es sicherzustellen, dass die in den verschiedenen Normen festgelegten messtechnischen Konzepte und Anforderungen einerseits fundiert sind und andererseits von den betroffenen Organisationen leicht umgesetzt werden können.

Vollautomatische Wägesysteme – Innovative Laborlösungen für die Krankenhausapotheke
Abstract
Das automatische Wiegen mit der XPR Automatischen Waage und den vielfältigen Integrationsmöglichkeiten bietet innovative Lösungen, die speziell für den Einsatz in Herstellung und Labor entwickelt wurden, um Wiegevorgänge effizienter und präziser zu gestalten. Diese automatisierten Wiegesysteme minimieren manuelle Eingriffe, reduzieren Fehlerquellen und beschleunigen Arbeitsabläufe. Sie sind äußerst vielseitig und unterstützen zahlreiche Anwendungen – von der Probenvorbereitung über die Abfüllung bis hin zur Qualitätskontrolle. Durch die nahtlose Einbindung in bestehende Prozesse verbessern sie die Reproduzierbarkeit und Zuverlässigkeit der Wägungen und Messergebnisse deutlich. Gerade in Apotheken mit besonderem Schwerpunkt in Rezeptur und Defektur leisten diese Systeme einen wichtigen Beitrag zur Qualitätssicherung. Im Vortrag wird beispielhaft veranschaulicht, wie automatisierte Wiegesysteme bei der Herstellung individueller Kapselrezepturen eine exakte Dosierung gewährleisten, die Arbeitssicherheit erhöhen und maßgeblich zur Arzneimitteltherapiesicherheit beitragen.
Lebenslauf
Dr. Magdalena Ulman wurde in Polen geboren und absolvierte ihr Chemiestudium an der Universität Bialystok. Anschließend promovierte sie von 2005 bis 2008 im Bereich analytische Chemie im Rahmen des International NRW Graduate School of Chemistry Programms an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster in Deutschland. Seit 2018 ist sie als Global Produkt Managerin bei der Mettler-Toledo Technologies GmbH in Greifensee, Schweiz, tätig, wo sie sich auf automatisierte Wägelösungen spezialisiert hat. In dieser Position ist sie verantwortlich für die strategische und operative Leitung des Produkt- und Marketingportfolios. Zuvor war sie von 2010 bis 2018 bei der Sigma-Aldrich International GmbH, einer Tochtergesellschaft von Merck KGaA, als Senior Global Produkt Managerin tätig und sammelte umfangreiche Erfahrungen im Bereich Laborbedarf und Produktmanagement.