Referenten Schmerz-Gipfel 2025

Selbstmedikation – Behandlung häufig auftretender Schmerzen in der Apotheke
Abstract
Schmerzen sind wohl der häufigste Grund, weshalb ein Selbstmedikationswunsch in der Apotheke geäußert wird. Egal ob Kopf-, Zahn- oder Rückenschmerzen, stets sollten im Beratungsgespräch die Grenzen der Selbstmedikation beachtet und potentielle Interaktionen mit der Dauermedikation sowie Kontraindikationen berücksichtigt werden. Der Vortrag klärt auch darüber auf, welche Anwendungs- und Dosierungshinweise wichtig sind, um eine optimale Wirksamkeit der Schmerzmittel zu ermöglichen und Komplikationen zu vermeiden. Dass „rezeptfrei“ nicht mit „harmlos“ gleichzusetzen ist, versteht sich nicht für jeden Patienten von selbst, daher tut entsprechende Aufklärung hier Not.
Lebenslauf
Dr. Verena Stahl studierte Pharmazie in Marburg. Nach ihrer Approbation im Jahr 2006 wurde sie als Semi-Resident im landesweiten „Drug Information and Pharmacy Resource Center“ an der University of Florida, USA ausgebildet. Im Anschluss war sie am Institut für Arzneitherapiesicherheit des Universitätsklinikums Essen und des Klinikums Saarbrücken gGmbH sowie in der medizinischen Entwicklungsabteilung der RpDoc® Solutions GmbH, Saarbrücken, tätig. Im Jahr 2011 folgte die Promotion zu einem Thema der Arzneimitteltherapiesicherheit. Seit 2008 engagiert sich Dr. Stahl als Referentin, veröffentlicht seit 2011 in Fachzeitschriften und -büchern und übt diese Tätigkeiten seit 2017 freiberuflich aus.

Galenische Wirkoptimierung von Analgetika
Abstract
Der Wirkungseintritt und die Wirkdauer von Schmerzmitteln werden durch ihre Pharmakokinetik bestimmt. Damit kommt der Steuerung der Geschwindigkeit und Dauer ihrer Resorption durch galenische Maßnahmen eine zentrale Bedeutung zu. So ist für die Behandlung akuter Schmerzen ein schnelles Anfluten erforderlich, welches auch möglichst unabhängig von der Nahrungsaufnahme möglich sein soll. Bei chronischen Schmerzen steht dagegen die ausreichend lange Wirkdauer im Vordergrund. Im Vortrag werden die unterschiedlichen galenische Konzepte von Analgetika unter besonderer Berücksichtigung der Präparate für die Selbstmedikation sowie Einnahmeempfehlungen vorgestellt und diskutiert.
Lebenslauf
Prof. Werner Weitschies studierte Pharmazie an der Freien Universität Berlin und promovierte bei Prof. Rüdiger Gröning 1990 in Pharmazeutischer Technologie. Nach seiner Tätigkeit in der Kontrastmittelforschung bei der Schering AG in Berlin wurde er 1998 als Professor für Pharmazeutische Technologie an die Universität Greifswald berufen. Seit 2004 hat er dort den Lehrstuhl für Biopharmazie inne. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Untersuchung des Verhaltens von Arzneiformen im menschlichen Körper unter besonderer Berücksichtigung der oralen Verabreichung, die Entwicklung prädiktiver Testmethoden für Arzneiformen und die Entwicklung neuartiger Drug-Delivery-Systeme.

Chronische Schmerzen
Abstract
Deutschlandweit sind derzeit ca. 14–15 Millionen Menschen von chronischen Schmerzen betroffen, mit steigender Zahl aufgrund der immer älter werdenden Bevölkerung.
Der Vortrag thematisiert die Unterscheidung von akutem und chronischem Schmerz. Gerade chronischer Schmerz rückt in den Mittelpunkt des Erlebens, Denkens und Verhaltens der Betroffenen, sodass man vom biopsychosozialen Krankheitsmodell spricht.
Die genaue Anamnese und Erfassung der Krankheitsgeschichte bildet die Grundlage für die Erstellung eines differenzierten Therapieplans, der im Sinne einer multimodalen Schmerztherapie neben psychotherapeutischen und physiotherapeutischen Maßnahmen vor allem eine differenzierte medikamentöse Therapie beinhaltet. Es werden die Wirkmechanismen der Wirkstoffgruppen und deren Zusammenspiel erklärt. Und als Besonderheit die derzeitigen neuen Möglichkeiten mittels einer Cannabis-basierten Medikation vorgestellt. Aber auch alternative komplementäre Therapiemöglichkeiten wie die Lokaltherapie mit Capsaicin-Pflastern oder Therapieverfahren wie Akupunktur und TENS-Therapie werden als sinnvolle ergänzende Maßnahmen erläutert.
Lebenslauf
Angelika Hilker ist Fachärztin für Anästhesiologie und Allgemeinmedizin. Schwerpunkte ihrer klinischen Tätigkeit sind Spezielle Schmerztherapie, Palliativmedizin, Suchtmedizin, Naturheilverfahren und Akupunktur. Die spezielle Schmerztherapie begleitet sie bereits in den Anfangsjahren ihrer anästhesiologischen Ausbildung in den 90er Jahren, zunächst im klinischen Bereich als Assistentin und später als leitende Oberärztin einer Schmerzklinik mit Schmerzambulanz. Während ihrer Ausbildung zur Fachärztin für Allgemeinmedizin konnte sie zudem viel Erfahrung in der Basisversorgung von Schmerzpatienten im niedergelassenen Bereich sammeln. In den letzten Jahren war sie in der Hochschulambulanz der Uniklinik Bochum mit umfangreicher konsiliarischer Tätigkeit im stationären Bereich tätig. Seit 2024 verwirklicht sie in ihrer eigenen Privatpraxis ein ganzheitliches Konzept in der speziellen Schmerztherapie.

Migräne – Neue Therapeutika und nichtmedikamentöse Maßnahmen
Abstract
Migräne zählt mit etwa einer Milliarde Betroffenen weltweit zu den häufigsten primären Kopfschmerzerkrankungen und betrifft etwa 12 % der Weltbevölkerung.
Und Migräne ist mehr als nur Kopfschmerzen. Sie ist eine komplexe Erkrankung, die das Leben vieler Menschen erheblich einschränkt. In diesem Seminar erhalten Sie ein umfassendes Wissen über die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten der Migräne.
Der Vortrag thematisiert die klassischen Therapieansätzen wie Triptanen und Prophylaxe-Medikamenten als auch innovative Behandlungen wie CGRP-Antikörpern. Darüber hinaus wird auf die Bedeutung nicht-medikamentöser Maßnahmen wie Sport, Entspannung und Ernährung eingegangen. Lernen Sie, wie Sie die Grenzen der Selbstmedikation erkennen und Ihre Kunden bei der Auswahl geeigneter Therapieoptionen unterstützen können. Denn eine erfolgreiche Migränebehandlung erfordert eine individuelle und umfassende Beratung.
Lebenslauf
Dr. med. Jan-Eric Ensslin ist Facharzt für Anästhesiologie und seit 2017 Kopfschmerzexperte der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) e. V. Daneben besitzt er Zusatzqualifikationen in den Bereichen der manuellen Medizin/Chirotherapie, Psychosomatik, speziellen Schmerztherapie, Notfallmedizin und Tauchmedizin. Seit Oktober 2019 leitet er eine eigene Praxis in Karlsruhe, die von der DMKG als „Level I“ Kopfschmerzzentrum zertifiziert ist.