Referentinnen Laborwerte

Lebenslauf
PD Dr. Tanja Falter studierte Pharmazie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und erhielt 2009 ihre Approbation. Ihre Promotion absolvierte sie an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Für ihre weitere Tätigkeit erhielt sie das BMBF-geförderte Virchow-Fellowship und ist als Apothekerin seit 2013 am Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin Mainz. 2018 erwarb sie den Fachapotheker für Klinische Chemie und 2020 die Weiterbildungsermächtigung. Als stellv. Lehrbeauftragte ist sie für die Ausbildung von Human-, Zahn- und Biomedizinern zuständig. 2024 schloss sie ihre Habilitation im Fach Klinische Chemie an der Universitätsmedizin Mainz erfolgreich ab. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen bei den thrombotische Mikroangiopathien und der VWF-spaltenden Protease.
Abstract Blutbildung und Anämie
Die Hämatologie befasst sich mit der Bildung, Funktion und Erkrankung der Blutzellen und blutbildenden Organe. Die Erythropoese beschreibt die Bildung der Erythrozyten im Knochenmark aus hämatopoetischen Stammzellen, die sich über mehrere Entwicklungsstufen zu reifen Erythrozyten differenzieren, wobei das Hämoglobin der zentrale Bestandteil der Erythrozyten ist. Eine verminderte Hämoglobinkonzentration ist das Kennzeichen der Anämien. Für eine regelrechte Erythropoese sind u. A. Substrate wie Eisen, Vitamin B12 und Folsäure essenziell; ihr Mangel führt zu charakteristischen Störungen der Blutbildung. Die Erythrozyten-Indizes dienen der morphologischen Einteilung von Anämien.
Abstract Entzündungen und Infektiologie
Entzündungen sind eine unspezifische Immunantwort des Körpers auf schädigende Reize wie Infektionen, Gewebeschäden oder Fremdstoffe. Dieses lokale Ereignis kann je nach Ausprägung und Schweregrad mit einer systemischen Reaktion gekoppelt sein. Klassische Entzündungsparameter sind die Leukozytenzahl, die Blutsenkungsgeschwindigkeit, Akute-Phase-Proteine und die Serumelektrophorese, aber auch das C-reaktive Protein. In den letzten Jahren kamen weitere Entzündungsmarker wie Prokalzitonin und Interleukin-6 hinzu. Klassisches Beispiel für Entzündungsauslöser sind Hepatitisviren, die sich in Übertragungswegen, Verläufen und Chronifizierungsrisiken unterscheiden. Die Bandbreite reicht von selbstlimitierenden, akuten Hepatitiden bis zu chronischen Hepatitis.
Abstract Gerinnung
Die zentrale Aufgabe des Gerinnungssystems ist es, nach einer Verletzung oder Schädigung die Funktionsfähigkeit des Gefäßsystems wiederherzustellen. Hierfür ist die schnelle Bildung eines stabilen Blutgerinnsels erforderlich. Störungen innerhalb dieses Systems, die entweder eine erhöhte Blutungsneigung oder eine gesteigerte Thromboseneigung zur Folge haben, werden unter der Hämostaseologie zusammengefasst. Ungleichgewichte innerhalb der Gerinnung führen zu unterschiedlichen Krankheitsbildern, die gezielte diagnostische und therapeutische Maßnahmen erfordern. Besonders die große Bandbreite an Medikamenten mit Einfluss auf die Blutgerinnung unterstreicht die wachsende Bedeutung der Gerinnungsdiagnostik als festen Bestandteil der modernen Laboratoriumsmedizin.

Lebenslauf
Dr. Dorothea Strobach ist Fachapothekerin für Offizinpharmazie und Klinische Pharmazie und leitet das Referat Klinische Pharmazie an der Apotheke des Klinikums der Universität München. Schwerpunkt ihrer praktischen Tätigkeit sind Arzneimittelinformation, Stationsarbeit und pharmazeutische Arzneimittelanamnese bei stationärer Aufnahme. Sie ist stellvertretende Leitung des Promotionsprogramms Klinische Pharmazie am LMU Klinikum und betreut Doktoranden und Diplomanden. Der Fokus ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit liegt auf der Erkennung von Risikopatienten und Strategien zur Erhöhung der AMTS im Krankenhaus.
Abstract Laborwerte Leber
Zur Einschätzung der Leberfunktion werden verschiedene Laborparameter herangezogen. Im Vortrag wird auf ihre Aussage für eine mögliche Leberschädigung, die Synthesekapazität der Leber bzw. andre Ursachen der Veränderung eingegangen. Ausgewählte Scores zur Einschätzung der Leberfunktion auf Basis der Laborwerte werden vorgestellt und im Hinblick auf die Anpassung der Arzneimitteltherapie an die Leberfunktion diskutiert. Zudem wird auf arzneimittelinduzierte Veränderungen der Leber-Laborparameter eingegangen.
Abstract Laborwerte Niere
Eine eingeschränkte Nierenfunktion betrifft etwa 10% der Erwachsenen in Europa und ist ein Risikofaktor für die Arzneimitteltherapiesicherheit. Verschiedene Laborparameter und Schätzformeln können zur Beurteilung der Nierenfunktion herangezogen werden. Dabei gibt es wichtige Punkte für die Interpretation der Werte und Anwendung der Formeln zu beachten. Im Vortrag werden Laborparameter zur Einschätzung der Nierenfunktion vorgestellt und ihre Einschränkungen diskutiert. Verschiedene gebräuchliche Formeln zur Einschätzung der Nierenfunktion werden erläutert und ihre praktische Anwendung für die Anpassung der Arzneimitteltherapie besprochen.