Referenten Intensivkurs Geriatrie

Dr. Verena Stahl

Geriatrische Pharmakologie und Multimorbidität

Abstract

Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit für gesundheitliche Einschränkungen, woraus in vielen Fällen ein wahrer Medikamenten-Dschungel erwächst. Hier den Überblick zu behalten, fällt nicht nur den Patienten schwer, zudem schaden einige Arzneimittel mehr, als dass sie nutzen.  

Die Medikation muss aus geriatrischer Sicht individuell betrachtet und an alters- und erkrankungsbedingte Veränderungen des Organismus angepasst oder generell in Frage gestellt werden. Dabei helfen grundsätzliche Überlegungen zur Pharmakokinetik und -dynamik im Alter, Nachschlagewerke, die zur Identifizierung altersinadäquater Wirkstoffe dienlich sind und die Kunst des Deprescribings, Verordnungen auf das notwendige Maß zu reduzieren. 

Lebenslauf

Dr. Verena Stahl studierte Pharmazie in Marburg. Nach ihrer Approbation im Jahr 2006 wurde sie als Semi-Resident im landesweiten „Drug Information and Pharmacy Resource Center“ an der University of Florida, USA ausgebildet. Im Anschluss war sie am Institut für Arzneitherapiesicherheit des Universitätsklinikums Essen und des Klinikums Saarbrücken gGmbH sowie in der medizinischen Entwicklungsabteilung der RpDoc® Solutions GmbH, Saarbrücken, tätig. Im Jahr 2011 folgte die Promotion zu einem Thema der Arzneimitteltherapiesicherheit. Seit 2008 engagiert sich Dr. Stahl als Referentin, veröffentlicht seit 2011 in Fachzeitschriften und -büchern und übt diese Tätigkeiten seit 2017 freiberuflich aus. 


Dr. Gesine Picksak

Schluckstörungen

Abstract

Schluckstörungen, auch Dysphagie genannt, bezeichnen Schwierigkeiten beim Schlucken von fester oder flüssiger Nahrung, die den Transport vom Mund in den Magen beeinträchtigen. Diese Störungen können durch eine Vielzahl von Ursachen, einschließlich neurologischer Erkrankungen, Muskelschwäche, altersbedingten Veränderungen oder als unerwünschte Arzneimittelwirkung (UAW), entstehen. Wenn der Schluckvorgang beeinträchtigt ist, ist die Arzneimittelapplikation häufig ebenfalls erschwert. In diesem Seminar sollen alternative Arzneiformen und Tipps zur Arzneimittelapplikationen bei Schluckstörungen vermittelt werden. Zudem wird auf mögliche Fallstricke beim Teilen, Mörsern, Lösen oder Suspendieren von Arzneimitteln eingegangen. 

Lebenslauf

Dr. Gesine Picksak leitet in der Zentralapotheke der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) die Abteilungen Arzneimittelausgabe und Arzneimitteltherapiesicherheit. Sie ist zudem seit vielen Jahren auf einer anästhesiologisch geführten interdisziplinären Intensivstation als Stationsapothekerin tätig. Seit 2009 engagiert sie sich beim Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) e.V. für die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS), insbesondere für Medikationsfehler und die Datenbank DokuPIK. Sie ist als AMTS-Beauftragte der ADKA Mitglied der Koordinierungsgruppe AMTS des BMG.  


Prof. Dr. Katrin Singler

Schmerztherapie im Alter

Abstract

Das Seminar „Schmerztherapie im Alter“ bezieht sich auf die Besonderheiten der Diagnostik und Behandlung von Schmerzen im höheren Lebensalter. Hierbei darf das Schmerzmanagement nicht isoliert betrachtet werden, sondern muss vielmehr im Kontext der häufig vorliegenden Multimorbidität eingeordnet werden. Welche Möglichkeiten bestehen für die Schmerzerhebung, wenn kognitive Einschränkungen bestehen und welche Interaktionen zwischen medikamentöser Schmerztherapie und der Therapie bestehender Begleiterkrankungen sollte man beachten? Auf diese und weitere Fragen wird unter Einbeziehung der 2025 erschienenen S3-Leitlinie „Schmerzmanagement bei geriatrischen Patient*innen in allen Versorgungssettings (GeriPAIN) eingegangen. 

Lebenslauf

Prof. Dr. med. Katrin Singler ist Chefärztin der Klinik für Geriatrie am Klinikum Fürth. Sie ist Fachärztin für Innere Medizin, Schwerpunkt Endokrinologie und Diabetologie und besitzt die Zusatzweiterbildungen Geriatrie, Notfallmedizin, Palliativmedizin und physikalische Therapie.  

Ihre Lehrtätigkeit übt sie an ihrer Alma mater, der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen aus. Sie ist im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) als Weiterbildungsbeauftragte tätig und gehört dem Vorstand der Arbeitsgemeinschaft für Geriatrie in Bayern (AfGiB) als 2. Vorsitzende an. 


Prof. Dr. Dr. Heinz Reichmann

Diagnose und Therapie der Parkinson-Krankheit

Abstract

Die Parkinson-Krankheit ist nach der Alzheimer-Krankheit die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung. Sie beginnt zumeist einseitig im fünften und sechsten Lebensjahrzehnt, wobei genetisch bedingte Formen auch zu einem deutlich früheren Krankheitsbeginn führen können. 

Dieser Vortrag beleuchtet die Krankheit mit ihren typischen Symptomen und Krankheitsverlauf und geht auf die medikamentösen Therapieoptionen in den verschiedenen Phasen der Erkrankung ein. Des Weiteren werden Aspekte der nicht-medikamentösen Therapie wie Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie thematisiert. 

Lebenslauf

Professor Dr. Dr. med. Heinz Reichmann ist Neurologe und erhielt seine Ausbildung in Freiburg, Konstanz, New York City und Würzburg bevor er 1996 Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurologie am Universitätsklinikum Dresden wurde. 2024 wurde er emeritiert. Während dieser Zeit war er 16 Jahre Dekan der Medizinischen Fakultät, Präsident der Deutschen Parkinsongesellschaft, der deutschen Muskelgesellschaft, der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und der Europäischen Neurologischen Gesellschaft. Er ist Ehrenmitglied der Japanischen Neurologischen Gesellschaft und hat eine Gastprofessur an der Universität Aalborg, Dänemark, inne. 


Dr. Friederike Thomasius

Fokus Osteoporose

Abstract

Osteoporose ist eine Erkrankung, die mit zunehmendem Alter häufig auftritt. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, die eintretenden Frakturen, insbesondere Wirbel- und Hüftfrakturen, erhöhen das Mortalitätsrisiko substanziell, die Reduktion der Lebensqualität nach Hüftfraktur ist im Ausmaß mit denen des Schlaganfalls vergleichbar. Dennoch erfolgt selbst nach Fraktur nur in 30 % der Fälle eine adäquate Therapie, sodass das Folgefrakturrisiko und deren weitere Folgen aktuell in Deutschland inadäquat therapiert werden. Das betrifft besonders die Älteren in der Bevölkerung. Worauf muss in der Prävention geachtet werden? Wer sollte eine Diagnostik auch vor Fraktur erhalten? Wie sieht eine adäquate Therapie aus? Wann ist eine intensivierte Therapie einzuleiten? 

Lebenslauf

Dr. Friederike Thomasius studierte Humanmedizin an der Universität Heidelberg, wo sie auch ihre internistische Facharztausbildung in der Klinik für Innere Medizin/Endokrinologie begann, die sie an der Charité in Berlin, Campus Benjamin Franklin, abschloss. Zeitgleich war sie in Berlin wissenschaftlich im Zentrum für Muskel- und Knochenforschung unter Leitung von Prof. Dr. Dieter Felsenberg tätig. Derzeit leitet sie den Bereich klinische Osteologie am Frankfurter Osteoporosezentrum. Sie ist seit 2011 Mitglied des Leitlinienkommission zur Diagnostik und Therapie der Osteoporose, deren Vorsitz sie im Jahr 2018 übernahm. Wissenschaftlich arbeitet sie in der German Risk Calculator Development Group, der ASBMR Task Force Group zur Goal Directed Therapy, zusätzlich ist sie u. a. Mitherausgeberin der Zeitschrift Osteologie und der Zeitschrift Rheuma Plus und Editorial Board Mitglied von Osteoporosis International. 


Christian Schulz

Heilsame Kommunikation und Pharmazie als Lösung

Abstract

Es klingt so einfach wie überzeugend: Nur richtig und aus einer gewissen Überzeugung angewendete Arzneimittel entfalten ihre angestrebte Wirkung. Geriatrische Patienten können durch körperlich-geistige Veränderungen und einer komplexen Gesamttherapie rasch an ihre Grenzen stoßen. Dieser Vortrag gibt einen Überblick über die resultierenden ABP und die bewährten Lösungsansätze. Hierzu zählen die Beratung rund um die Hilfsmittel zur besseren Nutzbarkeit von Darreichungsformen. Darauf aufbauend wird anhand von Fallbeispielen das Potenzial der Motivierenden Gesprächsführung zur Stärkung der Therapietreue und der begründete Einsatz der pharmazeutischen Bedenken beleuchtet. 

Lebenslauf

Christian Schulz studierte Pharmazie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und erhielt im Jahr 2006 die Approbation als Apotheker. Darauf aufbauend folgte die Weiterbildung zum Fachapotheker für Allgemeinpharmazie sowie in Geriatrischer Pharmazie. In seiner Tätigkeit als Apotheker in öffentlichen Apotheken vertiefte er die Kenntnisse in der Heimversorgung, sowie der AMTS-gerechten Versorgung auch geriatrischer Patienten im ambulanten Umfeld. Ergänzt wird die Versorgung der höherbetagten Menschen durch die Ausbildung in Motivierender Gesprächsführung. Dadurch lassen sich erkannte Therapiehemmnisse und ABP leichter zielgruppengerecht ansprechen und lösen. Seit 2021 ist er in der Werre Apotheke in Hiddenhausen tätig.